Psalm-8

Gottes Schöpferherrlichkeit

1 Dem Chorleiter. Nach der Weise der Keltertreter. Ein Psalmlied von David.

2 Jahwe, unser Herrscher,
/ wie gewaltig ist dein Name überall auf der Welt!
/ Über dem Himmel breitest du deine Hoheit aus.

3 Aus dem Mund der Kinder und Säuglinge schaffst du dir Lob.(1)
/ Du hast ein Bollwerk gebaut deinen Bedrängern zum Trotz.
/ Schweigen muss der rachgierige Feind.

4 Sooft ich den Himmel ansehe, das Werk deiner Hand,
/ den Mond und die Sterne, die du gemacht hast:

5 Was ist ein Mensch, dass du an ihn denkst,
/ ein Menschenkind, dass du es versorgst?

6 Du hast ihn nur kurz unter die Engel(2) gestellt
/ und krönst ihn mit Ehre und Pracht.

7 Du lässt ihn herrschen über alles,
/ was deine Hände gemacht:(3)

8 über Schafe und Rinder
/ und auch die wilden Tiere im Feld, 9 die Vögel in der Luft,
/ die Fische im Meer
/ und alles, was seine Pfade durchzieht.

10 Jahwe, unser Herrscher,
/ wie gewaltig ist dein Name überall auf der Welt!

Anmerkungen

(1) Wird im Neuen Testament von Jesus Christus zitiert: Matthäus 21, 16.

(2) Engel. Wörtlich: Elohim. Das Wort bedeutet sonst 'Gott', meint hier aber himmlische Wesen, siehe Hebräer 2, 7.

(3) Wird im Neuen Testament von Paulus und im Hebräerbrief zitiert: 1. Korinther 15, 27, Hebräer 2, 6-8.

Psalm 8 ist ein richtiger Lobpreis-Psalm, der uns die Herrlichkeit Gottes vor Augen malt. In Anbetracht von Gottes Größe werden wir ganz klein und unbedeutend, aber der Psalmist kommt zu einer anderen Schlussfolgerung: der Mensch ist die Krone der Schöpfung, wenig niedriger als die Engel.

Dieser Psalm wird mehrmals im Neuen Testament zitiert und erzählt auf diese Weise eine großartige Geschichte:

  1. Gott hat den Menschen die ganze Schöpfung anvertraut. Er hat ihn mit Ehre und Herrlichkeit gekrönt (Psalm 8,5).
  2. Der Mensch hat sich gegen seinen Schöpfer aufgelehnt (Sündenfall) und die Herrlichkeit, die er haben sollte verloren (Römer 3,23).
  3. Gott hat seinen Sohn in die Welt gesandt: eine neue Chance für einen Menschen (Jesus, den Menschensohn, wie er oft genannt wird), die Herrlichkeit, die Gott ihm gegeben hat, zu bewahren und dem Anspruch, über die Schöpfung zu regieren gerecht zu werden (Hebräer 2,5-10).
  4. Jesus Christus hat sich bewährt, hat allen Versuchungen widerstanden und führt nun durch seinen stellvertretenden Tod auch alle diejenigen, die ihm vertrauen, zurück in den Stand der Herrlichkeit als Söhne Gottes, die Gott ihnen von Anfang an zugedacht hatte (Hebräer 2,10).
  5. Auf diese Weise wird durch Jesus Christus Gottes ursprünglicher Schöpfungsplan – der durch den Sündenfall des Menschen scheinbar scheiterte – doch noch verwirklicht: Die Menschen, denen Christus Anteil an seinem Leben gegeben hat, werden herrlich sein und werden in Ewigkeit herrschen (Offenbarung 22,5) – im besten Sinn: nicht unterdrücken und ausbeuten sondern verwalten, bewahren, fördern, gestalten, entwickeln.

Frage zu Psalm-8

Ist ab Vers 6 nicht Jesus gemeint?

Antwort

Mir fällt es sehr schwer, hier etwas messianisches zu interpretieren. Ich denke, die Verbindung zu V.5 ist sehr deutlich. Es ist eine Weiterführung von V.5, kein neues Thema.

Stefan
.

Psalm 8 handelt auf jeden Fall vom Menschen.
Aber der Abschnitt wird in Hebräer 2:6-8 zitiert und in den Versen 9f für Jesus angewendet.
Auch Jesus wurde für kurze Zeit erniedrigt, schließlich mit Herrlichkeit und Ehre gekrönt, alle Knie werden sich vor Jesus beugen (Phil 2:10).

lG Chris

Gestellt am Freitag, 20. Mai 2011, 11:13 Uhr

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